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Autor: Petra Dillmann-Hoppe

Online Assistenz-Stammtisch

Liebe Assistenznehmer*innen und Interessierte,
wir möchten Euch sehr herzlich zu unserem nächsten Assistenz-Stammtisch am Mittwoch, 22.04., von 16.00-17.30 Uhr einladen!
Damit wir alle auf der sicheren Seite sind, findet dieser online über Zoom statt. Ihr könnt entweder mit Eurem PC (das ist dann auch mit Video möglich) oder per Telefon teilnehmen.
Für (geräuscharme) Knabbereien und Getränke muss leider jeder selber sorgen.
Wenn Ihr teilnehmen möchtet, meldet Euch bitte unter kuhn@eutb-sl-koeln.de, dann senden wir Euch die Zugangsdaten zu.
Wir freuen uns auf Euch!
Ellen Kuhn und Jenny Westbomke

Zum Tod von Corina Zolle

Die Serie schmerzhafter Verluste von lieb gewonnenen Aktivistinnen und Aktivisten der Selbstbestimmt Leben-Bewegung reißt nicht ab. Nachdem wir uns in den letzten Wochen von Matthias Vernaldi, Christian Papadopoulos und Bianca Becker verabschieden mussten, erreichte uns heute die traurige Nachricht, dass Corina Zolle von uns gegangen ist.

Viele von uns hatten das Glück, Corina Zolle persönlich zu begegnen und zu erleben. Sie gehört zweifellos zu den großen Eckpfeilern der Selbstbestimmt Leben-Bewegung. In vielen Bereichen, insbesondere in der Persönlichen Assistenz, hat sie wichtige Pionierarbeit für ein selbstbestimmtes Leben geleistet und anderen Menschen mit Behinderungen den Weg in diese Richtung geebnet.

Oft zog es sie zur Erholung in südliche Gefilde, wo sie Kraft und Wärme für die Beratung von Menschen mit Behinderung und den Kampf für ein wirkliches Teilhaberecht tanken konnte. Gerade in der Beratungsarbeit schien sich diese Kraft und Wärme auf die Ratsuchenden zu übertragen und sie zu empowern, für ein Leben in Würde und Selbstbestimmung zu kämpfen.

In der politischen Arbeit war Corina Zolle auf allen Ebenen aktiv und präsent, um den Kampf um das Bundesteilhabegesetz wirksam zu unterstützen.

Mit Corina Zolle verliert die Selbstbestimmt Leben-Bewegung eine wichtige Kämpferin.

Online-Kundgebung „Gewalt und Gewaltschutz“ zum 5. Mai

Leider müssen wir unsere Aktion zum 5. Mai in diesem Jahr den äußeren Umständen anpassen. Es wird keine Demo geben – so wie es geplant war. All denjenigen, die uns schon Ihre Unterstützung und Verstärkung zugesagt hatten, möchten wir ganz herzlich danken und finden es sehr, sehr schade, dass wir unser Vorhaben nicht wie ursprünglich gedacht, umsetzen können. Wir haben aber beschlossen, unsere Aktion nicht komplett unter den Tisch fallen zu lassen, sondern sie auf andere Beine zu stellen.

Anstatt auf der Straße wird die geplante Kundgebung zum Thema "Gewalt und Gewaltschutz" nun online stattfinden.

Was heißt das genau?
Wir finden die Idee, die geplante Kundgebung aus dem Freien in die sozialen Medien zu verlegen, grandios. Wir stellen uns viele Wortbeiträge vor, die wir auf der Homepage und über Facebook und andere Seiten online stellen. Thema dafür ist nach wie vor Gewaltschutz bzw. Gewaltprävention im Kontext Behinderung. Ihr könntet davon erzählen, was sich verändern muss, zum Beispiel: "Gewalt ist für mich… und ich wünsche mir, dass… ." Wir hoffen nun auf Eure ideen- und facettenreichen Beiträge/Videos zu diesem Themenkomplex.
Anforderungen:

  • Die Videos müssen im Querformat aufgenommen sein.
  • Richtwert für die Länge der Videos sind 2 Minuten. Wenn sie kürzer sind, macht es nichts!
  • Die Videos sollen alle untertitelt und gebärdendolmetscht werden.

Das heißt, wir brauchen Eure Beiträge bitte bis spätestens zum 21. April, damit wir die Bearbeitung der Videosequenzen noch schaffen können.
Sendet uns Eure Videos bitte an die Mailadresse marquardt@ksl-koeln.de zu.
Den Aufruf gibt es hier auch nochmal als Video und als Video in der Deutschen Gebärdensprache.
Wer möchte uns dabei unterstützen? Gerne könnt Ihr unseren Aufruf weiterleiten und teilen, sodass möglichst viele Personen davon erfahren und uns deren Video auch noch erreicht.
Wenn Ihr sonst weitere Ideen habt, schickt uns diese zu. Wir sehen und entscheiden dann, ob wir sie verwenden und umsetzen können.

Claudia Middendorf warnt vor Ungleichbehandlung von Menschen mit Behinderungen in Zeiten der Corona-Pandemie

Die Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten, Claudia Middendorf, hat die Bundesregierung nachdrücklich darin unterstützt, sich gegen die Ungleichbehandlung von Menschen mit Behinderungen in Zeiten der Corona-Pandemie stark zu machen. Sie begrüßt ausdrücklich die Haltung der Bundesregierung, die menschenrechtlichen Vorgaben auch während der Pandemie nicht infrage zu stellen und diese zu befolgen. 
 
Berichterstattungen aus anderen Staaten, nach denen die Gefahr besteht, dass Menschen mit Behinderungen oder Vorerkrankungen lebensnotwendige Maßnahmen im Zusammenhang mit der Behandlung der Viruserkrankung COVID-19 zugunsten vermeintlich gesünderer Menschen verweigert würden, betrachtet sie mit Sorge. 
 
Mit einer Erklärung hat sie daher die Bundesregierung bestärkt, ihren Kurs beizubehalten und die Menschenrechte zu jeder Zeit zu achten. Darüber hinaus bittet sie die Bundesregierung, ihrer Vorbildfunktion nachzukommen und sich bei ihren Vertragspartnern für eine weltweite Einhaltung der menschenrechtlichenVorgaben einzusetzen. 

Dazu erklärt die Landesbehinderten- und -patientenbeauftragte, Claudia Middendorf: „Unter keinen Umständen und zu keiner Zeit dürfen Menschenrechte missachtet werden. Dies gilt im Besonderen auch in Zeiten einer weltweiten Pandemie, wie sie aktuell durch den Corona-Virus Sars-CoV-2 ausgelöst wurde. Ich begrüße ausdrücklich, dass die Bundesregierung auch in dieser schwierigen Lage die Menschenrechte achtet und als ihre staatliche Verpflichtung ansieht. 
 
Mit meiner Erklärung möchte ich aber deutlich machen, dass ich in anderen Staaten große Gefahren sehe, dass das Menschenrecht im Zusammenhang mit der Behandlung von Menschen mit Behinderungen gefährdet ist. Menschen mit Behinderungen dürfen auch in dieser Situation nicht diskriminiert oder ungleich behandelt werden. Insbesondere dürfen ihnen unter keinen Umständen Gesundheitsleistungen vorenthalten oder der Zugang zu gesundheitlicher Versorgung verwehrt werden. Vielmehr muss ihre gleichberechtigte Teilhabe am Gesundheitssystem gestärkt und sie bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützt werden.“

Ausweitung der häuslichen Versorgung

Auszug aus einer Pressemeldung der Stadt Köln:
Ausweitung der häuslichen Versorgung
Um pflegebedürftigen Menschen zu helfen und ihnen mehr Flexibilität bei der Leistungserbringung zu ermöglichen, hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales bezüglich der Ausdehnung der Angebote zur Unterstützung der häuslichen Versorgung per Erlass folgende Regelung für alle Anbieter von anerkannten Unterstützungsangeboten im Alltag (nach AnFöVO) getroffen:
Alle bereits ausgesprochenen Anerkennungen werden hiermit auf hauswirtschaftliche Unterstützungsleistungen und individuelle Hilfen im Alltag außerhalb der Wohnung der Nutzer erweitert. Hierunter fallen Leistungen, die „bis zur Haustür“ erbracht werden – ohne zwingenden direkten persönlichen Kontakt beziehungsweise unter Wahrung eines Abstands von mindestens ein bis zwei Metern.
Diese Erweiterung gilt zunächst bis zum 30. September 2020.
Zu den Leistungen „bis zur Haustür“ zählen insbesondere:

  • Einkäufe/Besorgungen von Waren des täglichen Bedarfs
  • Erledigung von Wäsche beziehungsweise Holen und Bringen gereinigter Wäsche von oder zur Reinigung
  • Anlieferung von Speisen
  • Übernahme von Botengängen (Apotheke, Post, etc.)
  • Organisation und Erledigung von Behördengängen/-angelegenheiten
  • Organisation erforderlicher Arztbesuche
  • Telefonische Kontaktaufnahme, Gespräche und Beratung

Internetseite und Materialsammlung zu Corona in Leichter Sprache

Nie zuvor war die Nachrichtenfrequenz so hoch, veränderte sich der Kenntnisstand zu einem Thema so schnell wie momentan zu Zeiten des Corona-Virus. Podcasts, Fernsehansprachen der Bundeskanzlerin, Liveübertragung von Pressekonferenzen via Facebook – viele Menschen verfolgen den ganzen Tag, was um sie herum passiert. Menschen, die auf Leichte Sprache angewiesen sind, sind davon bisher ausgeschlossen.
Anne Leichtfuß, Dolmetscherin und Übersetzerin für Leichte Sprache, sagt: „Bei vielen Personen aus der Zielgruppe der Leichten Sprache kam als Information nur an: ‘Es ist gefährlich. Wir können alle sterben! Wasch Dir die Hände!’  Das schürt Ängste und Unsicherheit.“
Wen betrifft das? Wer ist die Zielgruppe für Leichte Sprache?
Die Zielgruppe für Leichte Sprache ist größer als oft angenommen. Menschen mit Lernschwierigkeiten gehören dazu, aber auch Menschen mit demenziellen Erkrankungen, funktionale Analphabeten oder Menschen mit geringen Deutschkenntnissen. Überschlägt man Studien zur Zielgruppe, kommt man schnell auf eine Personenzahl, die die 10 Millionen-Marke überschreitet. All diesen Menschen wurde bisher die Möglichkeit verwehrt, sich zur Corona-Krise über die Medien zu informieren. Die Website www.corona-leichte-sprache.de will das jetzt ändern. Sie bietet folgende Themenbereiche an:

  • Eine Linkliste bietet einen tagesaktuellen Überblick zu Corona-Informationen in Leichter Sprache.
  • Ein Glossar erklärt Fremdwörter und Fachbegriffe wie COVID-19 oder Social Distancing.
  • Eine Materialsammlung erklärt mit zahlreichen Illustrationen: Was passiert beim Corona-Test? Mithilfe des Materials können Ärzte und Ärztinnen in Kliniken oder Ambulanten Abstrichdiensten auch Patienten und Patientinnen mit Kommunikationsschwierigkeiten aufklären und Ängste nehmen.
  • Eine Liste von Dolmetscherinnen, die bereit sind, Arztgespräche per Videodolmetschen zu begleiten.
  • Eine Sammlung von Angeboten für den Alltag zu Zeiten der Corona-Krise: Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Software für Videotelefonie, Kochrezepte in Leichter Sprache oder Termine für Online-Veranstaltungen helfen, die Zeit zu Hause gut zu füllen.

Materialsammlung für Kliniken und Ambulante Abstrichdienste
In den meisten Bundesländern sind Arztbesuche oder Termine in Kliniken nur noch ohne Begleitung möglich. Das heißt, der für die Zielgruppe wichtige Kontakt zu einer direkten Bezugsperson, einer Assistenz oder einem Familienmitglied, entfällt. Ärzte und Ärztinnen sind konfrontiert mit Menschen mit kognitiven Einschränkungen und sehen sich vor der Herausforderung, Abläufe, Diagnosen und daraus resultierende Konsequenzen so einfach verständlich wie möglich erklären zu müssen – und das unter massivem Zeitdruck. Um in dieser Situation für eine Entlastung zu sorgen, wurde umfangreiches, bebildertes Material erstellt, das kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Im nächsten Schritt wird dieses Material jetzt in verschiedene Fremdsprachen übersetzt, damit es möglichst vielen Menschen in ihrer Muttersprache zur Verfügung gestellt werden kann.
Wer hat das Material erstellt?
Dolmetscherinnen, Übersetzerinnen, Zeichnerinnen, Grafikerinnen und. Prüfer und Prüferinnen der Leichten Sprache zu einer Task Force Leichte Sprache und Corona zusammengeschlossen.
Nutzer und Nutzerinnen der Leichten Sprache waren jeden Schritt der Erstellung, Prüfung und Konzeption des Materials und der Website eingebunden und konnten ihre Bedarfe äußern. Natalie Dedreux, Prüferin und Mitglied der Task Force Leichte Sprache und Corona sagt: „Corona – das müssen alle Leute verstehen! Damit sie sich informieren können, um was davon zu erfahren. Ich finde es gut, dass es jetzt viel in Leichter Sprache gibt. Ich finde es wichtig, darum habe ich ja auch mitgemacht. Ich finde gut, dass es auch Bilder dazu gibt. Die sind sehr, sehr gut – so kann man es besser verstehen. Und sie sehen gut aus, sie gefallen mir auch gut.“
Möchten Sie mehr wissen? Task Force Leichte Sprache und Corona: www.corona-leichte-sprache.de