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Autor: Petra Dillmann-Hoppe

Beratungs-Hotline „selbstbestimmt Leben“ eingerichtet

Das Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen, Mainz e. V. (ZsL Mainz) hat eine Beratungs-Hotline „selbstbestimmt Leben“ eingerichtet. Diese soll Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen vor allem in Zeiten von Corona niederschwellig unterstützen.

„Menschen mit Behinderungen sind in besonderem Maße durch das Corona-Virus und die damit einhergehenden Präventionsmaßnahmen betroffen: Zum einen gehören sie in weiten Teilen zum besonders gefährdeten Personenkreis. Eine Ansteckung kann hier also erhebliche gesundheitsgefährdende Auswirkungen haben. Zum anderen sind viele von ihnen auf u.a. Pflege, Assistenz, Physio- und Ergotherapie oder auch pädagogische Begleitung angewiesen – also Bereiche, die persönliche Nähe erfordern. Dieses Zusammenspiel macht die aktuelle Situation für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen schwer“, erklärt Stephan Heym, Geschäftsführer vom ZsL in Mainz. „Je länger diese Situation anhält, umso mehr kommt es für unsere Zielgruppe zu Versorgungslücken bis hin zu existenzgefährdenden Lebenslagen. Wir wollen mit der Beratungs-Hotline informieren, an Unterstützungsangebote weiterleiten oder Ihnen einfach nur zuhören.“

„Aus unserer täglichen Peer-Beratung wissen wir, dass zum Beispiel die durchgehende Unterstützung durch Assistenz besonders jetzt problematisch ist. Auch eine fehlende Tagesstruktur und das Besuchsverbot für Menschen in Einrichtungen führen bei einigen Ratsuchenden zu verstärkter sozialer Isolation. Hier wollen wir für Gespräche da sein und mögliche Lösungswege gemeinsam mit den Anruferinnen und Anrufern erarbeiten“, berichtet die Projektleitung der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung, Gerlinde Busch.

Neben der Beratungs-Hotline „selbstbestimmt Leben“ sind auch Online-Gruppenangebote geplant, um Menschen mit Behinderungen zusammenzubringen, und die Situation so gemeinsam besser meistern zu können.

Zu den Themen häusliche Gewalt, Familie und Partnerschaft bietet das Projekt „Koordinations- und Beratungsstelle für Frauen und Mädchen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz“ Beratung an. „Frauen sind oft mehrfach betroffen von der Krise. Durch räumliche Enge können gewaltvolle Beziehungen aufkommen oder alte Probleme wiederkehren. Angehörige, Frauen und Mädchen finden hier Unterstützung beim ZsL Mainz“, ergänzt Julia Braun, Leiterin des Projekts. 

„Mit unseren Angeboten möchten wir dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderungen mit ihren Anliegen wahrgenommen und verstanden werden und sie Unterstützung erhalten, da, wo sie gebraucht wird“, erklärt Heym abschließend.

Beratungs-Hotline ☏ 0157 / 34441934

Die Beratungs-Hotline „selbstbestimmt Leben“ ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr besetzt. Außerhalb dieser Zeiten sprechen Sie bitte auf die Mailbox und hinterlassen Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten. Sie werden dann schnellstmöglich zurückgerufen.

Dr. Sigrid Arnade spricht zum Thema „Lebensgefährlich? Behindert in Zeiten von Corona“

Morgen, am Samstag, 18. April, ist Dr. Sigrid Arnade ab 17:30 Uhr zu Gast in der Sendung Tacheles im Deutschlandfunk Kultur. Thema: "Lebensgefährlich? Behindert in Zeiten von Corona".
Mehr dazu lesen könnt Ihr in den Kobinet-Nachrichten.

Zum Tod von Corina Zolle

Die Serie schmerzhafter Verluste von lieb gewonnenen Aktivistinnen und Aktivisten der Selbstbestimmt Leben-Bewegung reißt nicht ab. Nachdem wir uns in den letzten Wochen von Matthias Vernaldi, Christian Papadopoulos und Bianca Becker verabschieden mussten, erreichte uns heute die traurige Nachricht, dass Corina Zolle von uns gegangen ist.

Viele von uns hatten das Glück, Corina Zolle persönlich zu begegnen und zu erleben. Sie gehört zweifellos zu den großen Eckpfeilern der Selbstbestimmt Leben-Bewegung. In vielen Bereichen, insbesondere in der Persönlichen Assistenz, hat sie wichtige Pionierarbeit für ein selbstbestimmtes Leben geleistet und anderen Menschen mit Behinderungen den Weg in diese Richtung geebnet.

Oft zog es sie zur Erholung in südliche Gefilde, wo sie Kraft und Wärme für die Beratung von Menschen mit Behinderung und den Kampf für ein wirkliches Teilhaberecht tanken konnte. Gerade in der Beratungsarbeit schien sich diese Kraft und Wärme auf die Ratsuchenden zu übertragen und sie zu empowern, für ein Leben in Würde und Selbstbestimmung zu kämpfen.

In der politischen Arbeit war Corina Zolle auf allen Ebenen aktiv und präsent, um den Kampf um das Bundesteilhabegesetz wirksam zu unterstützen.

Mit Corina Zolle verliert die Selbstbestimmt Leben-Bewegung eine wichtige Kämpferin.

Online-Kundgebung „Gewalt und Gewaltschutz“ zum 5. Mai

Leider müssen wir unsere Aktion zum 5. Mai in diesem Jahr den äußeren Umständen anpassen. Es wird keine Demo geben – so wie es geplant war. All denjenigen, die uns schon Ihre Unterstützung und Verstärkung zugesagt hatten, möchten wir ganz herzlich danken und finden es sehr, sehr schade, dass wir unser Vorhaben nicht wie ursprünglich gedacht, umsetzen können. Wir haben aber beschlossen, unsere Aktion nicht komplett unter den Tisch fallen zu lassen, sondern sie auf andere Beine zu stellen.

Anstatt auf der Straße wird die geplante Kundgebung zum Thema "Gewalt und Gewaltschutz" nun online stattfinden.

Was heißt das genau?
Wir finden die Idee, die geplante Kundgebung aus dem Freien in die sozialen Medien zu verlegen, grandios. Wir stellen uns viele Wortbeiträge vor, die wir auf der Homepage und über Facebook und andere Seiten online stellen. Thema dafür ist nach wie vor Gewaltschutz bzw. Gewaltprävention im Kontext Behinderung. Ihr könntet davon erzählen, was sich verändern muss, zum Beispiel: "Gewalt ist für mich… und ich wünsche mir, dass… ." Wir hoffen nun auf Eure ideen- und facettenreichen Beiträge/Videos zu diesem Themenkomplex.
Anforderungen:

  • Die Videos müssen im Querformat aufgenommen sein.
  • Richtwert für die Länge der Videos sind 2 Minuten. Wenn sie kürzer sind, macht es nichts!
  • Die Videos sollen alle untertitelt und gebärdendolmetscht werden.

Das heißt, wir brauchen Eure Beiträge bitte bis spätestens zum 21. April, damit wir die Bearbeitung der Videosequenzen noch schaffen können.
Sendet uns Eure Videos bitte an die Mailadresse marquardt@ksl-koeln.de zu.
Den Aufruf gibt es hier auch nochmal als Video und als Video in der Deutschen Gebärdensprache.
Wer möchte uns dabei unterstützen? Gerne könnt Ihr unseren Aufruf weiterleiten und teilen, sodass möglichst viele Personen davon erfahren und uns deren Video auch noch erreicht.
Wenn Ihr sonst weitere Ideen habt, schickt uns diese zu. Wir sehen und entscheiden dann, ob wir sie verwenden und umsetzen können.

Online Assistenz-Stammtisch

Liebe Assistenznehmer*innen und Interessierte,
wir möchten Euch sehr herzlich zu unserem nächsten Assistenz-Stammtisch am Mittwoch, 22.04., von 16.00-17.30 Uhr einladen!
Damit wir alle auf der sicheren Seite sind, findet dieser online über Zoom statt. Ihr könnt entweder mit Eurem PC (das ist dann auch mit Video möglich) oder per Telefon teilnehmen.
Für (geräuscharme) Knabbereien und Getränke muss leider jeder selber sorgen.
Wenn Ihr teilnehmen möchtet, meldet Euch bitte unter kuhn@eutb-sl-koeln.de, dann senden wir Euch die Zugangsdaten zu.
Wir freuen uns auf Euch!
Ellen Kuhn und Jenny Westbomke